Buchauszug „Das Geheimnis einer erfüllten Partnerschaft“   bei TRINITY Verlag

Für eine erfüllte Partnerschaft sind konsequente Eigenliebe, gegenseitiges Verständnis und Kommunikationsfähigkeit unabdingbar.

 

Jede Seele ist in der Liebe zu Hause und strebt nach liebevollem Miteinander. Doch einer harmonischen, erfüllenden Beziehung stehen wir meist durch Konditionierungen und innere Blockaden selbst im Weg.

 

Was immer wir individuell unter dem Begriff Liebe verstehen, wir werden sie niemals in ihrer wundervollsten Form begreifen und erfahren können, wenn wir nicht uns selbst als den Mittelpunkt unseres individuellen Kosmos erkennen. Dafür müssen wir erkennen, dass wir im Ursprung geistige Wesen sind und hier auf der Erde inkarniert sind, um uns über die Materie und den Austausch mit den Mitmenschen wahrzunehmen.

 

Denn wir können im Himmel die schönste Seele, das schönste Licht sein, aber wir können uns dort nicht wahrnehmen. Um in unserer seelischen und geistigen Entwicklung weiterzukommen, inkarnieren wir von Zeit zu Zeit auf dieser Erde. Was wir uns noch im Jenseits als Entwicklungsschritte für unser persönliches Vorankommen in diesem Leben vorgenommen haben, haben wir mit Hilfe unseres Schutzengels in einem Seelenplan festgelegt.

 

Der Seelenplan beinhaltet unsere individuellen Themen für dieses Leben, während der Lebenssinn für alle Menschen gleich ist. Dieser dient der Weiterentwicklung hin zur bewertungs- und verurteilungsfreien, allumfassenden Liebe. Wir sind also in allererster Linie hier auf dieser Erde, um uns selbst wahrzunehmen und in der Erfüllung unseres Seelenplans und unseres Lebenssinns voranzukommen. Wir sind nicht angetreten, um anderen Menschen zu gefallen oder ihnen das Leben zu erleichtern bzw. ihnen zu dienen. Selbstverständlich werden wir aus unserem christlichen Verständnis von Nächstenliebe uns da liebevoll und helfend einsetzen, wo unsere Hilfe benötigt wird. Tatsächlich sind wir aber für uns selbst, für unsere eigene Wahrnehmung und Entwicklung hier auf dieser Erde inkarniert.

 

Somit sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass wir uns selbst als den für uns wichtigsten Menschen auf dieser Welt betrachten. Die Liebe können wir nur in uns selbst finden und niemals im Außen. Wir können dann die Liebe, die uns von einem anderen Menschen zuteil wird, in uns hineinlassen, unser Herz öffnen und eine bedingungslose Liebe erleben. Wir können Liebe nur in dem Maße erleben, wie sie in uns selbst vorhanden ist.

 

Wahre Liebe ist formlos, erfüllend, freilassend und schafft Geborgenheit.

 

Eine Liebe ist dann erfüllt und grenzenlos, wenn sie als wunderbare Resonanz zu der in uns selbst angelegten und vorhandenen Liebe erfahren wird.

 

In jedem von uns schlägt ein Herz, das lieben möchte, zunächst uns selbst. Da uns dies nicht immer bewusst ist, suchen wir die Liebe oder das, was wir dafür halten, im Außen, in einem Partner. Doch solange es dem Menschen nicht gelingt, das eigene Herz, das vor langer Zeit, meist bereits in den Kindertagen, verletzt und verschlossen wurde, wieder zu öffnen, solange wird er auf der dauerhaften Suche nach Erfüllung, Glück und Zufriedenheit sein.

 

Wir befinden uns inmitten des Kommunikations- und Computerzeitalters. Alles ist mit allem vernetzt und fast jeder jederzeit erreichbar. Dies hat seine eigene Dynamik, die Abläufe werden schneller und die Hektik in allem nimmt zu. Wir leben in einer Welt, wo sich jeder jeden halbwegs normalen Wunsch erfüllen kann. Wir gewöhnen uns schnell an die Überfülle, und unsere Wünsche nehmen entsprechend zu, da auch jeder Wunsch wiederum einen anderen Wunsch nach sich zieht. In dieser   Reizüberflutung vergessen wir schnell, welches Glück und welche Güter wir längst besitzen und wie viele Wünsche schon in Erfüllung gingen. Wir leben in einer kindlichen Wunsch- und Fantasiewelt, in einem Schlaraffenland des Überangebots und Überflusses. Alles Erdenkliche wird uns geboten, und wir unterliegen schnell der Illusion, man kann alles bekommen; alles ist machbar und erreichbar.

 

Wir meinen nun auch, leicht einen Partner zu finden. Unzählige Partnerbörsen und Portale überfluten uns mit einer Vielzahl hübscher und attraktiver Menschen beiderlei Geschlechts, die scheinbar alle auf Partnersuche sind. Dies suggeriert uns einen riesigen Markt an idealen Partnern auf allen Ebenen; wir müssen nur aktiv werden, um den Partner mit den für uns perfekten Eigenschaften zu bekommen. So sind wir unterschwellig voller Gier, das Beste, Schönste und Perfekteste für uns zu erhaschen, sowohl in materiellen Gütern wie auch bei der Partnersuche. Beim Begehren handelt es sich um eine nach außen gerichtete Kraft und Begehren ist Ausdruck des Willens. Wir begehren etwas, handeln und empfinden Befriedigung, wenn unser Wille in Erfüllung geht. Bei der Liebe dagegen handelt es sich um eine nach innen gerichtete Kraft. Sie ist also dem Begehren entgegengesetzt und ist keine Funktion des Willens. Sie öffnet uns das Herz, um das Geliebte in uns einzulassen. Gier und Besitzwunsch sind also Gegenspieler der partnerschaftlichen Liebe, sie schwächen sie, und sie beanspruchen Kontrolle.

 

In unserer Kultur, in welcher der Glaube an die Materie den spirituellen Zugang mehr und mehr verdrängte, sind Liebe und Partnerschaft anspruchsvoll geworden. Beziehungen sind nicht mehr eingebunden in alte Normen und Zwänge. Liebespartner sind heute leicht austauschbar, und diese neue Freiheit, quasi die Hintertür für den Ausstieg, schwebt in vielen Köpfen. Man ist nur dann bereit, zusammenzubleiben, wenn in der Beziehung alles funktioniert und man nur Vorteile daraus ziehen kann.

 

Ein Partner ist kein Gegenstand, der sich in passender Form, Farbe, Stilrichtung usw. erwerben und beliebig austauschen lässt, sondern ein Wesen mit ganz eigenen Emotionen, Vorstellungen, Träumen, Sehnsüchten, Wünschen, Fantasien und auch seinen Verletzlichkeiten. Nur auf dem Nährboden der Akzeptanz dieser Individualität, dieser Einzigartigkeit, Unterschiedlichkeit und auch Fremdheit kann gegenseitige Liebe wachsen und gedeihen.

 

Auch wenn Beziehungen uns immer wieder herausfordern mögen, so bereichern sie uns auch und bringen uns im Leben durch unsere persönliche Entwicklung und Vertrauen voran.

 

Je mehr wir uns selbst auf Beständigkeit und die Liebe in uns fokussieren, umso weniger werden wir uns in überhöhten und nicht erfüllbaren Erwartungen verstricken und uns die Oberflächlichkeit und Schnelllebigkeit der heutigen Zeit nicht auf unsere Beziehungen und ethische Beständigkeit abfärben lassen.

 

Eine Beziehung besteht immer aus Kompromissen, und für eine gute Partnerschaft ist die Erkenntnis wichtig, dass man in einem Bereich nachgibt und in einem anderen Bereich den Partner nachgeben lässt. Dies kann aber nur funktionieren, wenn beide anerkennen, dass jeder Partner ein Recht darauf hat, die Dinge grundsätzlich anders wahrzunehmen, und wenn jeder der Partner auch verstanden hat, dass das Gegensätzliche nicht gegen die Beziehung spricht, sondern sie bereichern kann.

 

Wir sollten auch begreifen, dass jeder Mensch eine verborgene Sehnsucht in sich trägt. Es ist die Sehnsucht nach seinem geistigen Ursprung und kann auch nur über die geistige Anbindung gestillt werden. Hätten die Menschen diese Sehnsucht nicht, so wären sie nicht suchend, denn sie ist im Ursprung für die Religio, also die geistige Rückbesinnung, zuständig. In unserer monogamen Kultur hat sich nun ein fataler Trugschluss eingeschlichen, nämlich der Glaube, dass diese tiefe Sehnsucht von einem Partner befriedigt werden könne.

 

Eine gesunde Eigenliebe (hier ist selbstverständlich nicht der falsche Egoismus oder Narzissmus gemeint) und das Wissen über Gott, die Schöpfung und den tiefen Sinn unseres Erdendaseins sowie die innere Verbundenheit mit der geistigen Welt kann so etwas verhindern.

 

Wenn wir lernen, rigoros nach unserer Eigenliebe zu streben, und uns selbst als den Mittelpunkt unseres Lebens zu sehen und das Gleiche dem Partner zugestehen, wenn wir begreifen, dass es so viele individuelle Standpunkte und Betrachtungsweisen gibt, wie Menschen auf der Erde, dann können wir frei und verständnisvoll miteinander umgehen, und wir fühlen uns nicht zurückgedrängt oder verletzt.

 

Über die Liebe zu uns erwacht die Liebe zur Schöpfung und den Mitmenschen.

 

Die Partnerschaft wird zu einer wunderbaren Resonanz der Liebenden auf ihre jeweils in jedem Einzelnen vorhandene Liebe.

 

Schenken und erlauben wir uns selbst immer mehr Liebe und Wertschätzung, gehen wir über unsere Liebe in Resonanz mit der Liebe des Anderen und erschaffen uns so eine liebevolle Welt und werden damit unserem Lebenssinn gerecht.

Weitere Informationen unter www.jana-haas.com

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanna Belloni (Samstag, 18 März 2017 08:40)

    Liebe Jana!
    Danke für deinen inspiriernden Text über die Liebe.
    Für mich ist allerdings ein Faden offen geblieben, als du "falschen Egoismus" und "Narzimus" am Rande erwähnt hast. Ich finde hier wäre ein Erläuterung angebracht, was denn diese Verliebtheit in dein Selbstbild/Ego von der bedingungslosen Selbstliebe unterscheidet. Dies wird ja häufig verwechselt oder führt auch zu Unsicherheiten.
    Alles Liebe, Susanna